Aufgeld zahlen beim Daimler-Capped-Bonus – ja oder nein?

Die Daimler-Aktie (ISIN: DE0007100000) gehört mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7 (KGV auf Basis der für 2018 erwarteten Gewinne) zu den drei günstigsten DAX-Werten – dessen Durchschnitts-KGV ist mit 14 historisch betrachtet derzeit nicht mehr ganz billig. Auch BMW gibt’s relativ billig zum KGV von 8,5 – ein Phänomen des Sektors? Wer sich durch Dieselskandal, Tendenzen von US-amerikanischem und chinesischem Protektionismus und potenzielle Disruptionen à la Tesla nicht aus der Ruhe bringen lassen will, der könnte auf ein Capped-Bonus-Zertifikat setzen und vom eingebauten Airbag profitieren. Aber welches Produkt eignet sich am besten – mit oder ohne Aufgeld?

Im Vergleich: zwei Kurzläufer mit 5 Monaten Restlaufzeit

Betrachten wir zunächst ein Zertifikat, das kein Aufgeld aufweist, also in etwa soviel kostet wie die Aktie. Bei einem Daimler-Kurs von etwa 69,20 Euro kostet das Capped-Bonus-Zertifikat der HypoVereinsbank mit der ISIN DE000HU83MH4 69,50 Euro (Aufgeld 0,5 Prozent). Solange die Barriere von 58 Euro bis zum Bewertungstag (15.6.) niemals unterschritten wird, erhalten Anleger den Bonus-Betrag (Cap) von 75 Euro und erzielen damit die Bonusrendite von 21 Prozent p.a. Dieses Zertifikat richtet sich an Anleger, die moderat optimistisch gestimmt sind und der Aktie keine großen Sprünge über die Marke von 75 Euro zutrauen, aber davon ausgehen, dass das 12-Monats-Tief der Aktie bei 59 Euro aus dem Juli 2017 hält und daher auf den 16-prozentigen Sicherheitspuffer vertrauen. 

Wer sich gegen Kursrückgänge dieser Größenordnung absichern möchte, aber zugleich ein optimistischeres Kurspotenzial vor Augen hat, sucht ein Capped-Bonus-Zertifikat mit identischer Barriere (58 Euro) und einem höheren Cap – wie etwa 90 Euro (ISIN DE000HU83ML6). Mehr Rendite bei gleichem Risiko? Hier wird verständlicherweise ein Aufgeld fällig: Bei einem Preis von 79,90 Euro ist das Zertifikat 15,4 Prozent teurer als die Aktie, bietet aber eine Bonusrendite von fast 34,5 Prozent p.a.

Grundsätzlich gilt: Mehr Rendite oder mehr Sicherheit kosten (Auf-)Geld. Solange die Barrieren nicht berührt werden, zahlen beide Zertifikate bei Fälligkeit ihren Bonus-Betrag (Cap). Werden die Barrieren dagegen verletzt, dann stehen Aufgeld-Produkte schlechter da: Sobald der Bonus-Mechanismus durch Bruch der Barriere deaktiviert wurde, bildet das Zertifikat zum Laufzeitende exakt die Aktienkursentwicklung ab und der höhere Einstandspreis (Aufgeld) geht verloren.

ZetrifikateReport-Fazit: Wer zu einem Capped-Bonus-Zertifikat mit Aufgeld greift, sollte sich bei der Wahl der Barriere absolut sicher sein, daß diese während der Laufzeit nie berührt wird – denn im Falle des Bruchs schneidet er schlechter ab als ein Direktinvestment in die Aktie, da das Aufgeld unabhängig von etwaigen Kursanstiegen bis Laufzeitende immer sofort verloren ist.

Autor: Thorsten Welgen

Quelle: zertifikatereport.de

 Datum: 07.02.2018

ZertifikateReport

Erhalten Sie regelmäßig Informationen aus der Welt der Zertifikate.

Melden Sie sich jetzt kostenlos an ...


Inhalte:  Home Zertifikate News Emittenten Impressum
© 2002 - 2018 - "ZERVUS" - Kozubek & Schaffelner OG - Alle Rechte vorbehalten - Alle Angaben ohne Gewähr
Alle WKN/ISIN Verlinkungen führen zur Börse Stuttgart.

Partner:  Devisen finden Sie ebenso wie Börsenkurse auf ARIVA.DE,
Hier finden Sie vielfältige Analysen und Informationen zu Aktien und Rohstoffe, Nachrichten und Börsenkurse auf FinanzNachrichten.de